Das Wunder von Bernem: D2 gewinnt 2013er-Helmut-Würz-Turnier

Klar gehört der Ostpark zum Stadteil Ostend und nicht nach Bornheim (mundartlich: Bernem), obwohl dieser Stadtteil nur ein Steinwurf entfernt liegt. Auch ist die Ostpark-Arena nicht das Berner-Wankdorfstadion, noch standen Rahn oder Bozsik auf dem Platz. Doch was sich beim 13. Helmut-Würz-Turnier zugetragen hat, hätte auch der größte Fußballverrückte sich nicht ausdenken können.

Der Reihe nach: mit einem 1:1 gegen JSG Karben sind wir besser in das Turnier gestartet als in den vergangenen Jahren. Im Nachhinein gesehen, hatten wir ziemliches Glück, da Karben den Turnierstart ordentlich verschlafen hatte. Wir konnten beim späteren Spiel um Platz 5 unserer D1 sehen, zu was sie eigentlich in der Lage gewesen wären.

Beim zweiten Spiel gegen Rödelheim hatten wir kräftig durchrotiert. Die Chancen, die sich uns boten, konnten wir nicht verwerten. Rödelheim war dagegen viel zielstrebiger und konnten mit ihren schnellen Spielern immer wieder empfindliche Nadelstiche setzen. Nach dem 1:0 fiel auch schnell das 2:0. Trotzdem ging die Stimmung nicht den Keller, obwohl wir als Tabellenschlusslicht in die letzte Partie der Gruppenphase gegangen sind.

Es war klar, dass nur ein Sieg gegen Seckbach und Schützhilfe von Rödelheim beim Parallelspiel gegen Karben reichen würde, um ins Halbfinale zu kommen. Eigentlich haben wir Trainer vor dem Spiel gar nicht damit gerechnet: wir waren noch nie eine Turniermannschaft. Doch ein Tor in letzter Minute gegen Seckbach sorgte nach Abpfiff für aufgeregte Blicke auf das Feld 2. Dort stand es kurz vor Schluß noch 0:0 – zwischen Karben und Rödelheim. Der Jubel nach dem erlösenden Abpfiff war riesig. Karben blieb mit dem Unentschieden auf Rang 3, während wir uns still und heimlich auf Rang 2 der Gruppe B vorgeschoben haben. Halbfinale!

Es folgt eine Abwehrschlacht gegen Rumpenheim, in welcher der Finalist erst im Elfmeter-Schießen ermittelt werden musste. Es brauchte schon anstelle der 3 vorgesehenen 5 Schützen ehe die Entscheidung fest stand. Das nachfolgende Endspiel erinnerte dann schon an Bern 1954. Unglücklich lagen wir schnell 2:0 zurück und mussten eine große Aufholjagd starten. Der Schlußpunkt hätte genauso kommentiert werden können wie damals: „aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen“. „Rahn schießt … Tor, Tor, Tor … Tor“.