Spielberichte AH

Der Wäldchestag ist unser
Stark ergänzte Olympia-Mannschaft vollbringt die Sensation und gewinnt 5:3 bei FG Seckbach.
Eintracht holt den DFB-Pokal, aber Olympia feiert schon vorher ?!
 
War das ein Wochenende !? Seid ihr auch so geschafft? Ich bin jetzt noch ganz fix und fertig. Was da am Samstag passiert ist, das vergißt man wohl sein ganzes Leben nicht mehr, denn so oft kommt sowas schließlich nicht vor – sensationell, obergeil ! Hammer! Wir hatten uns schon im Vorfeld so gefreut. Es war das Ereignis des Jahres. Ein paar von uns haben sogar die weite Reise auf sich genommen und sind dorthin gefahren. Auch wenn sie keinen Einlaß direkt zum Ort des Geschehens bekommen hatten, so wollten sie doch wenigstens in der Stadt die Atmosphäre dieses einmaligen Augenblickes in sich aufnehmen. Wir, die Übrigen, Zurückgebliebenen, trafen uns schon früh im Olympia-Vereinsheim, um gemeinschaftlich die Live-Übertragung  zusammen mit millionen Anderen im Fernsehen zu verfolgen. Was wir dort dann sahen, konnten wir kaum glauben. Es war einfach traumhaft und als es dann endlich unabänderlich fest stand, brachen alle Dämme. Es gab kein Halten mehr. Die einen jubelten ihre Freude nur so aus sich heraus, während sich andere mit Tränen in den Augen, schluchzend in den Armen lagen. Es war so bewegend, zu sehen, wie gestandene Männer ihren Gefühlen freien Lauf ließen. Wir hatten so lange darauf gewartet und es war so unbeschreiblich schön, so unendlich emotional, als sich endlich, kurz vor Schluß – Harry und Meghan das Ja-Wort gaben. Wir feierten noch bis tief in die Nacht hinein. Ich hab keine Ahnung, ob an diesem Samstag sonst noch irgendwas von Bedeutung geschehen war – ist auch völlig egal, dieses große Gefühlskino hätte wohl durch nichts übertroffen werden können.
 
 
Weil ich über Pfingsten viel Zeit hatte, beschloß ich, den Bericht vom traditionellen Wäldchestag-Spiel in Seckbach, schon mal vorzubereiten. Eine Überschrift, die ich seit langer Zeit mal bringen wollte, hatte ich schon bereit gelegt: “Bloody Wäldchestag”. Sie sollte genau das Ausdrücken, was alljährlich mit uns dort angestellt wurde: ein Schlachtfest! Aber dieses Mal wurde eine andere Geschichte geschrieben…
 
Ob die Partie überhaupt angepfiffen werden konnte, war bis kurz davor unsicher. Schon im Vorfeld konnten wir aus unserem Team-pool nicht genug Spieler rekrutieren, weil es wegen Arbeit, Urlaub, Krankheit, Verletzung und anderen “Mißfindlichkeiten”, Absagen hagelte. Das Spiel sollte aber auf jeden Fall statt finden. Also luden wir zur Ergänzung, Gastspieler aus anderen Olympia-Abteilungen, dem Jugendtrainer-Eltern-Freunde-Kick, den Lohrbergkickern und unserer 1.Mannschaft ein. Am Spieltag selbst gab es noch weitere Absagen und Verspätungen, so daß wir nur zu 8 hätten antreten können. Hier halfen uns die Seckbächer mit 3 ihrer Spieler aus, bis wir zur Halbzeit komplett werden würden. Das war eine sehr faire Geste, deshalb fällt meine Berichterstattung bezüglich des Gegners auch nicht so despektierlich, wie sonst üblich, aus. (Die Newsletterleser mögen mir dies entschuldigen.)
Diese 3 beim Gegner Aussortierten, waren hoch motiviert, setzten sich voll ein, gehörten zu den auffälligsten und besten Spielern unserer Mannschaft und trugen so in der ersten Halbzeit maßgeblich zu unserem späteren Erfolg bei. Max verteilte im Mittelfeld die Bälle, auf der linken Seite rannte Guiseppe unermüdlich die Linie rauf und runter und vorne knippste Alessandro zwei wichtige Tore zu unserer 2:1 Pausenführung ein. Vielen Dank an euch! Ihr habt euch als große Sportsmänner erwiesen und ich hoffe, daß eure Teamkameraden das ebenso honorieren.
Zur zweiten Halbzeit waren wir dann komplett, wenigstens, als Olympianer. Wieder setzten unsere Gastspieler die Akzente. Aus der Senioren-Mannschaft half jetzt Leio die Abwehr zu stabilisieren, Jakob “Osram”, unsere Schaltzentrale im Mittelfeld wurde jetzt von Norman unterstützt und der dynamische Emilio schoß uns durch zwei Treffer mit 4:1 in Führung – die Vorentscheidung. Seckbach bäumte sich jetzt noch einmal auf und brachte die, hauptsächlich aus Alt-Olympianern bestehende Abwehr, stark unter Druck. Aber am Urgestein, Jockel “the Rock”, prallten die gegnerischen Angreifer nur so ab, wie Fliegen von der Windschutzscheibe eines fahrenden Autos und “Dirty” Harry und ich taten auch, was wir konnten. “Katze” Jürgen im Tor zeigte, wie gewohnt, eine solide Leistung. Für Entlastung sorgte immer wieder der pfeilschnelle Tim von den Lohrbergern auf der rechten Seite und “Magic” Marco von der AH auf der anderen. Trotzdem kam die FGS mit dem 3:4 zwar noch einmal heran, aber Kevin vom JEF-Kick setzte den Schlußpunkt zum 5:3 für Olympia.
 
Auch wenn dieser historische Triumph mit Hilfe einiger Gastspieler zustande kam, wird dies in der Historie immer als ein Sieg der Olympia-AH erscheinen und ich bin Stolz, ein Teil dieser Mannschaft gewesen zu sein – so was macht sich im Lebenslauf immer gut!
Vielen Dank noch einmal an Alle, die dazu beigetragen haben.
 
Die Olympia-Squadra-Azzurra:
 
Angriff:       “Magic” Marco, Kevin (JEF-Kick), Tim (Lohrbergers)
 
Mittelfeld:  Emilio (Senioren), “Osram” Jakob, Norman (Senioren)                                                                                  
Abwehr: “Zombie” Rolf, “Rock” Jockel, Leio (Senioren), “Dirty” Harry
                                 
Tor: “Katze” Jürgen
 
dazu in der ersten Halbzeit: Max, Giuseppe und Alessandro von FGS
 
Teamchef: Bernd “Nico”
Glücksfee: Ralf “Bullseye”
Ultras: Vince (verhinderte Schlimmeres, s.u.)
 
Aktuelles:
 
Unser Vince ist von der internationalen Ultra-Bewegung mit dem Anti-Kommerzialisierung im Fussball-Preis geehrt worden, weil er in der Halbzeitpause des Wäldchestag-Pokal-Endspiels durch Blockieren der Eingänge verhindert hatte, daß der Seckbacher Männergesangsverein von 1898 das Spielfeld betritt, um ein Ständchen zu singen.
Herzlichen Glückwunsch und Vielen Dank dafür!
 
Sprüche der Woche:
 
“Jetzt macht doch endlich mal den Fernseher aus und noch ne Flasche ProSecco auf !”
                               Um kurz vor 20 Uhr gings am Samstagabend im Vereinsheim auf der Olympia-Royality-Party hoch her, Während sich ganz Frankfurt auf ein anderes Ereignis vorbereitete.
 
 
“Oh, wie geil ! Darf ich “Sexbomb” sein ?”
       Die Gastspieler hatten ihre Freude mit unseren Trikots.
 
 
“Nachdem wir in den letzten Jahren immer einen guten zweiten Platz geholt hatten, waren wir jetzt einfach mal dran.”                                         Teamchef Bernd “Nico” zieht Bilanz nach 58 Niederlagen hintereinander im Wäldchestags-Duell gegen Seckbach
 
Ein Hoch auf uns,
Euer Rolf
 
Der Fußballgott ist kein Olympianer
Nur die Wiedergeburt von Alex Meier im Waldstadion brachte den Alten Herren an diesem Nachmittag Freude, bevor sie von der Eintracht-SOMA “gerupft” wurden. Olympia – Eintracht 1:4

Der Einladung zum Fußballgucken im Vereinsheim vor unserem Spiel sind nur ganz wenige gefolgt. Aber die, die da waren, hatten wenigstens ein gemeinschaftliches Erfolgserlebnis, als der kurz zuvor eingewechselte “Fußballgott” Alex Meier in der Nachspielzeit zum 3:0 Endstand für die Eintracht traf.
Vom Fußballgott verlassen, fühlten wir uns dann wenig später, als wir selbst auf dem Platz standen und nach gefühlten 2 Minuten Spieldauer schon mit 0:2 im Rückstand lagen. Zweimal wurden wir vom quirligen Zehner der Eintracht einfach überlaufen. Da sah unsere Abwehr wirklich ganz alt aus. Kein Wunder, bringen wir (“Dirty” Harry, “Butcher” Jens, “Ironman” Bernd und “Zombie” Rolf) es doch zusammen auf über 200 Lebensjahre (mit fast einer halben Tonne Gewicht!). Sowas kann passieren, aber ein geistbegabtes Wesen lernt daraus und nachdem der Überaschungseffekt vorüber war, hatten wir uns darauf eingestellt. Wir attackierten die gegnerischen Stürmer nicht so früh und stellten uns ihnen gegenüber immer 3 Meter näher unserer Torlinie. Das verhinderte zwar Abseitssituationen (die ohne Linienrichter ohnehin immer mit großem Risiko behaftet sind) und gab der Eintracht Raum zur Ballannahme und zum Kombinationsspiel, aber wenigstens wurden wir so nicht mehr überrumpelt. Der Eintracht-Zehner blieb immer gefährlich, verrannte sich aber immer häufiger in Einzelaktionen, noch beflügelt vom Anfangserfolg. Eigene Angriffe blieben Mangelware und waren harmlos. Obwohl wir uns bis zur Pause noch das 0:3 einfingen, schien es, als würden wir die Partie in den Griff bekommen und das anfangs drohende Debakel verhindern zu können.
Tatsächlich taten sich dann in der zweiten Halbzeit für uns einige Chancen auf. Besonders “Hammer” Felix belebte jetzt das Offensivspiel. Zweimal tankte er sich, von links kommend, bis an den Eintracht-Strafraum durch und schoß aufs Tor. Dazwischen brachte er von links eine Hereingabe flach vors Tor, die “Kobra” Klaus nur knapp verfehlte. Von rechts kommend, zog auch einmal “Crazy” Uwe ab. Schließlich gelang uns auch ein Treffer, als Felix klug durchsteckte, Oscar “El Loco” sich lösen konnte und flach links ins Eintracht-Tor einschob. Die Soma-Adler erzielten später noch das 1:4 zu Endstand.
Auch wenn das jetzt wieder als “Schönreden” interpretiert wird (gebrauchen kann man es aber immer wieder), wenn man mal die Anfangsphase mit den 2 Gegentoren ausblendet, dann wird für mich in meiner Erinnerung eine 1:2 Niederlage gegen eine, wie immer starke Eintracht zurückbleiben.
Interessant ist auch, daß wir bei 5 Einwechselspielern, nahezu die gesamte Mannschaft, besonders aber die Abwehr, während des Spiels mehrmals hin und her und wieder zurück durchgewechselt haben, was bei heißen Temperaturen auch angebracht war, ohne dabei plötzlich konzeptionslos zu wirken. Auch auf dem Spielfeld wurden während des Spiels die Positionen bunt gewechselt. So fand sich zum Beispiel ein kreativer Kopf, wie Julian “El Toro” auf dem linken Verteidiger-Posten wieder. Als rechter Verteidiger traten nacheinander “Dirty” Harry, “Wild Thing” Torsten und zum Schluß Animal, genannt “Momo”, auf. In der Innenverteidigung begannen wir mit “Butcher” Jens und Geburtstagskind “Ironman” Bernd (schieden beide verletzt aus) und beendeten mit “Dirty” Harry und “Machine” Micky. Dazu kommen noch die Verschiebungen im Mittelfeld. Das hat im Prinzip auch alles gut funktioniert, weil jeder seine Rolle angenommen hatte. In Abwesenheit von Teamchef Bernd “Quälix” coachte zunächst Micky von der Außenlinie und als der dann in der zweiten Halbzeit selbst auf dem Platz ins Geschehen eingriff, erkannte “Ultra” Vince das Vacuum und ergriff den Dirigentenstab. Wenn es bei diesem einmaligen Einsatz bleiben sollte, wird er, dadurch, daß wir die 2. Hälfte 1:1 spielten, als unbesiegter Olympia-Trainer in die Annalen des Vereins eingehen – auch was Schönes für den Lebenslauf.

Die Olympia-Sbornaja:

Sturm: 17 Daniel “Diva” 9 Klaus “Kobra”
7 Micky “Machine”
Mittelfeld:11 “Hammer” Felix 13 “El Loco” Oscar 66 “Sexbomb” Thorsten 2 “Animal” Momo
00 “Magic” Marco 33 “Crazy” Uwe
Abwehr:4 “Zombie” Rolf 10 “Ironman” Bernd 5 “Butcher” Jens 14 “Dirty” Harry
6VI “El Toro” Julian 21 “Wild Thing” Torsten
Tor: 1 “Katze” Jürgen

Kultschiri: Jürgen “Ahli”
Spielertrainer: Micky “Machine”
Coaching-Zone gestürmt: Vince “Ultra”

Aktuelles:
Das ist mir beim letzten Mal leider durch die Lappen gegangen: Felix und Momo hatten gegen Kalbach ihr 250. bzw. 50. AH-Spiel absolviert. Von hier aus nachträglich noch einmal “Herzlichen Glückwunsch!” (Ab jetzt trage ich einen Notizblock im Stutzen.)

Spruch der Woche:
“Six-Pack ist schon lange out. Der Mann von heute trägt ein Fässchen unterm Trikot.”
Butcher “Jens” zum Thema “Körperkult, Fitnesswahn, kurzlebige Modetrends”.

Ein Hoch auf uns
Euer Rolf

Eiskalte Dusche

Ratlose Olympianer verlieren ihr Heimspiel auswärts in Kalbach mit 0:6

Manchmal muss man eben einfach irgendetwas verändern, um zum Erfolg zu kommen. Nach zwei Niederlagen zum Saisonbeginn sollte der Bock jetzt umgestoßen werden. Aber unser Heimspiel auf dem Platz des Gegners stattfinden zu lassen, war nicht die richtige Strategie. Damit wir trotz des fremden Spielortes etwas Heimspielatmosphäre schnuppern konnten, hatten wir unseren Schiedsrichter “Ahli” Jürgen zur Verfügung gestellt und spendierten die Erfrischungsgetränke nach dem Spiel – verrückte Welt und geholfen hat es auch nix! Unsere Ultras (Vince), die am ehesten zum passenden Ambiente beigetragen hätten, beteiligten sich an diesem “Humbug” nicht und gingen stattdessen lieber auf Kreuzfahrt (Frankfurter Kreuz-Offenbacher Kreuz-Bad Homburger Kreuz usw.). Vielleicht hätte das Sportmanagement es doch lieber mit den üblichen Teambuilding Maßnahmen probieren sollen: zum Beispiel Extrem-Mountain-Bike-Trekking quer durch den Riederwald oder eine Rafting-Tour über den Ostparkweiher. Wenn man solche Grenzerfahrungen gemeinsam durchlebt, kann das eine Mannschaft fest zusammenschweißen und neue Impulse setzen. Ich hätte mir persönlich, in diesem Zusammenhang, am liebsten mal ein paar Tage Trainingslager auf dem Scheerwaldspielplatz in Oberrad gewünscht. Da gibt es alles auf engstem Raum, um eine Alt-Herren-Fußballmannschaft nach modernsten Methoden fit zu machen und das soziale Mannschaftsgefüge zu festigen: Trimm-Dich-Pfad, Bolzplatz, Tischtennisplatten, Mini-Golf-Anlage, Fahrrad-Verkehrs-Parcour, Grillstätten, Kiosk, Holzkarusells und Wasserspiele. Aber nach mir geht`s ja nicht!

Das Spiel begann für uns verheißungsvoll. Wir kamen zu guten Einschussmöglichkeiten durch “El Loco” Oscar und “Pitbull” Danny, aber der erste gelungene Konter der Kalbachen landete bei uns im Tor. Wir ließen nicht locker, hatten weitere Chancen, zum Beispiel durch Felix “the Hammer”, kassierten aber bald das 0:2. Nachdem Danny in Folge eines unglücklichen Zusammenpralls mit blutender Kopfplatzwunde (Kommentar: “Ihr müsst den Anderen erst mal sehen!”) vom Platz ging (beide Kontrahenten konnten aber später wieder mitspielen) entstand ein Bruch in unserem Spiel. Ähnlich, wie bei der letzten Begegnung gegen Steinberg, gerieten wir im letzten Drittel der 1. Halbzeit immer mehr in Bedrängnis: das 0:3 und 0:4 waren die Folge. Diese Periode ist offenbar unser wunder Punkt. Trotzdem hatten wir noch eine vielversprechende Chance durch Daniel “Didavi”, nein, “Diediva”.
In der zweiten Halbzeit fingen wir uns wieder und agierten etwas konzentrierter, ebenfalls wie im letzten Spiel.
Obwohl wir insgesamt gefühlt besser spielten, als zuletzt, uns zahlreiche Chancen erarbeitet hatten, weil die Kalbachis auch nicht ganz sattelfest in ihrer Abwehr waren, stand ganz am Ende ein 0:6 zu Buche. Bei uns fehlte die Kaltschneuzigkeit und die letzte Konsequenz, um zum Torerfolg zu kommen und bei Kalbach ging einfach alles rein, was sonst nicht rein geht.
Das Ergebnis gibt das Chancenverhältnis in keiner Weise wieder – ein 4:6 wäre auch möglich gewesen.

Die Ostpark Bafana Bafana:

Sturm: 9 “Kobra” Klaus Reid 77 “Pitbull” Danny Williams 17 “Diva” Daniel Ross

Mittelfeld: 11 “Hammer” Felix Loose 7 “Machine” Micky Menge 13 “El Loco” Oscar Arias 2 “Animal” Momo Arrasi
69 “Night King” Matthias Wehner

Abwehr: 4 “Zombie” Rolf Jandt 10 “Ironman” Bernd Görl 5 “Butcher” Jens Oehme 14 “Dirty” Harry Scholz
66 “Sexbomb” Thorsten Münzing

Tor: 1 “Katze” Jürgen Schlamann

Teamchef: Bernd “Laptoptrainer” Iff
Kultschiri: Jürgen “Ahli” Keller

Spruch der Woche:”3,5 Zentimeter!”
Antwort eines Olympianers aus dem Kalbacher Duschraum auf die Frage, wie denn die Wassertemperatur wäre.
Umrechnungsformel: 3,5cm entsprechen etwa 8° C.

Ein Hoch auf uns
Euer Rolf

Multitaskingfähig

“Old Olympians” verlieren 1:2 gegen SC Steinberg und der Schiedsrichter vollbringt eine ganz besondere Leistung.

Olympia hatte mit dem SC Steinberg eine gut eingespielte Mannschaft zu Gast, deren Mittelfeldstrategen mit klugem Aufbauspiel und wenn sie in die Spitze stießen, mit gefährlichen Dribblings, unsere Abwehr ein ums andere Mal in arge Bedrängnis brachten. Wirkungsvolle Gegenangriffe gelangen uns kaum. Folglich ging Steinberg bald in Führung und erhöhte später durch einen Foulelfmeter noch vor der Pause auf 2:0. Irgendwann während der ersten Halbzeit gipfelten unsere Unzulänglichkeiten in Form von Entgleisungen auf einer ganz anderen Ebene, einer Entwicklungsstufe, die wir doch schon lange überwunden hatten. Diese unsäglichen Schreiereien unter Mitspielern haben noch nie eine Mannschaft weitergebracht – im Gegenteil. Der Gegner frohlockt in solchen Situationen und reagiert darauf umso mehr mit mannschaftlicher Geschlossenheit. Ich habe dazu eine ganz klare Meinung und auch auf die Gefahr hin, daß meine Mailbox wieder mit Sexismusvorwürfen zugemüllt wird: hysterisches Gekreische gehört nicht in eine Männermannschaft. Es hätte nicht überrascht, wenn wir in dieser Phase ganz auseinander gebrochen wären, aber mit Glück und einer hervorragend aufgelegten “Katze” Jürgen im Tor überstanden wir diese Episode.
> In der zweiten Halbzeit gingen wir dann konzentrierter zu Werke. Steinbach blieb gefährlich, kam aber, nicht zuletzt Dank der tadellosen Leistung unseres Goalies, zu keinem Treffer mehr. Stattdessen erzielte “Pitbull” Danny den Anschlußtreffer für uns. Coach Bernd “Quälix” griff dann noch in die taktische Trickkiste und beorderte Abwehrhaudegen “Butcher” Jens für die Mission “Brechstange” in die Sturmspitze. Der Ausgleich wollte aber nicht mehr gelingen, der zugegebener Maßen auch nicht gerecht gewesen wäre.
> Als Lehre sollten wir ins nächste Spiel mitnehmen, daß wir die zweite Halbzeit gegen einen starken Gegner mit 1:0 gewonnen haben und uns darauf besinnen, daß wir unsere stärksten Spiele gemacht haben, wenn wir uns als gefestigte Einheit, als Mannschaft, präsentiert haben.
>
> Was außer mir offenbar niemand gemerkt hatte, war, daß unser Schiri Jürgen “Ahli”, während des Spiels eine Doppelbelastung zu bewältigen hatte, die er bravurös meisterte. Er hatte am Spieltag eigentlich “Opitag” und sollte seinen kleinen Enkel Paul beaufsichtigen. So brachte er den Kleinen einfach zum Spiel mit. Getreu dem Motto: “Bei einem guten Schiri merkt man gar nicht, daß er auf dem Platz ist.”, nutzte er jede Gelegenheit, um das Spielfeld kurzerhand und unbemerkt von den Aktiven zu verlassen, um sich um Paulchen zu kümmern. Doch sobald es das Spielgeschehen erforderte, war er plötzlich wieder da und waltete souverän und sicher seines Amtes. Auf diese Weise hatte er seinem Enkel während des Spiels einen Teller Brei gefüttert, mit ihm zusammen einen Bauklötzchen Turm gebaut, ein Malbuch ausgemalt, ein Märchen vorgelesen, zweimal die Windeln gewechselt und ihm kurz vor Ende der Partie noch ein Schlaflied vorgesungen, aber pünktlich zum Schlußpfiff stand er wieder im Mittelkreis.
> Ich konnte das Ganze beobachten, weil ich mit dieser besonderen Gabe ausgestattet bin und es eben zu meinem Job gehört, mich nicht nur auf das Geschehen auf dem Rasen, sondern auch (eigentlich vor allem) auf das daneben zu konzentrieren – selbstverständlich ohne, daß meine Spielkultur auch nur im Geringsten darunter zu leiden hat. Ich sah mir Jürgens Hin- und Hergespringe eine Zeit lang an und fragte mich, ob ich ihn wohl überlisten könnte. Also wartete ich eine Gelegenheit ab, als er gerade wieder draußen bei seinem Enkelchen war, um ihm einen runtergefallenen Schnuller wieder in den Mund zu stecken, da zog ich dem Steinbacher Stürmer die Füsse vom Boden weg, im Strafraum, wirklich nur, um Jürgens Aufmerksamkeit zu testen, da schrillte schon in meinem Nacken der Pfiff seiner Trillerpfeife. Ich war beeindruckt und überzeugt von seinen Fähigkeiten, so daß ich auf weitere Experimente dieser Art im weiteren Spielverlauf verzichten konnte.
> Jürgen, der bisher dafür bekannt war, eine ganz besondere Umsichtigkeit als Schiedsrichter zu haben, nämlich seine Augen überall zu haben, nur nicht auf dem Platz, hat für mich jetzt eindrucksvoll bewiesen, daß er auch dieses Manko erfolgreich besiegt hat.
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> Die Ostpark-Bafana-Bafana: